Freitag, 17. August 2007

So langsam wird's ernst

Jaja - die Langdistanzen....
In order of Appearance:
  1. Pfaffenwinkelradwanderfahrt (schönes Wort, gell?) mit 213 km (unfreiwillige Verlängerung, weil ich einen Abzweig übersah....ich war zu fasziniert von einem älteren Weib, das Ihren Gatten ankeifend eine leichte Steigung hochfuhr und schimpfte, dass Sie ja nie und nimmer hätte wissen können, dass es im Allgäu Berge gäbe und diese mit dem Fahrrad und bei Hitze auch noch anstrengend zu befahren seien...seltsam - aber Luft zum Schimpfen hatte sie).
  2. zwei Wochen später (29.07.) der Arberradmarathon mit heftigen Schauern und Winden (ich meine das Wetter) - sowohl bei der Pfaffenwinkelradwanderfahrt als auch beim Arber hatte ich auf Ernährung geachtet, nur das, wa ich kenne und vertrage, gegessen und gesoffen wie ein Ochse: im Ergebnis weder Krämpfe noch Einbrüche; Regenjacke beim Arber vergessen und als Folge mit gewisser Wut im Bauch die letzten 40km gegen das Wetter gekämpft und ein paar tapfere Recken in meinem Windschatten ins Ziel gezogen - von Anfang bis Ende in sehr guter Form - leider nie über eine längere Strecke eine Gruppe gefunden, die richtig Tempo bolzen wollte.....oder konnte. Und Liegeradler können auch Windschatten bieten - danke an den Liegeadler, der uns nach der Arberabfahrt zur Verpflegung nach Regenhütte gezogen hat - 240km.
  3. Nach Urlaubsabbruch am 5. August spontane Teilnahme am Erdinger Radmarathon - kleine, feine Rundfahrt für 15 Euro mit extrem vielen kurzen Steigungen und Abfahrten - ganz anders als der Ötzi. Das Streckenprofil sieht aus wie ein Sägeblatt mit Kerben und ausgebrochenen Zähnen - immerhin ein paar vernünftige Steigungen, die lang genug sind, einen Rhythmus zu finden gab's; die Strecke war 212km lang mit etwa 2300 hm. Einen tapferen Mitstreiter (Bernhard), der leider an der letzten Verpflegung die Waffen bzw Beine streckte und sonst zu wenige auf der langen Runde, um eine Gruppe zusammen zu bringen. Die paar Leut, die mal kurz mit uns unterwegs waren, sind entweder bald auf die kürzere Distanz abgebogen oder wollten einfach alleine fahren. Zwar wäre es schwer, bei solch einem ewigen Auf- und ab zusammenzubleiben - von der Leistung der Kandidaten, die ein Frage kamen, wäre das aber möglich gewesen als Grüppchen von 5 bis 6 - da wir ca 2/3 der Zeit beträchtlichen Gegenwind hatten, wäre wenn und aber. Einige Forumsbekannte versicherten mir, dass auf den kürzeren Runden (154 und 115 glaube ich) wesentlich mehr 'Gruppenfahrer' unterwegs waren. Auch ich wurde noch von zwei 'Kurzdistanzlern' auf den letzten 15km eingeholt und zu dritt haben wir nochmal so richtig Gas gegeben - das hat mächtig Spass gemacht. Auch der Biergarten und die Grillfeier im Zielbereich sahen nach Vergnügen aus - Kinderbetreuungspflichten und Geiz haben mich jedoch nach Hause gezogen.
Im Fazit bin ich sehr zufrieden mit der eigenen Form - ein paar Krämpfe beim Erdinger konnte ich wegtrinken (häufiger Fehler meinrseits: zu wenig trinken). Ein bestätigender Kommentar an mich von Andreas - einem Arbermitradler: Der Ötzi kann kommen! Ansonsten bin ich fast immer allein unterwegs gewesen, weil mir die wenigen Gruppen in der Regel zu langsam waren. Bewusstes Essen und Trinken und leicht 'gebremstes' Fahren zu Beginn sind ganz wesentliche Punkte, de ich sonst gerne vernachlässige, was meistens zu Schwäche, Hungerast oder Krämpfen führt.
Nicht so die letzten Male....dennoch einige Einschränkungen: psychologisch wird es für den Ötzi nicht so gut sein, bei den letzen Marathons eigentlich nur auf der Überholspur unterwegs gewesen zu sein - denn mein Anspruch bei den Marathons war, sie als Vorbereitung für den Ötzi zu sehen - während die anderen Teilnehmer oft den jeweiligen Marathon als Saisonziel nehmen und froh sind, diesen zu schaffen. Beim Ötzi selbst werde ich sicher dumm aus der Wäsche schauen, wenn ich derjenige bin, der dauernd überholt wird - und entsprechend schnell an Tagesform und Können zweifeln.
Außerdem waren meine Zeiten bei der Pfaffenwinkelradwanderfahrt und beim Arber schlechter als die letzten Male - vermutlich weil ich da jeweils viel häufiger alleine (im Wind) gefahren bin, aber auch, weil zwar meine Ausdauerleistung zugenommen hat, nicht aber die Geschwindigkeit. d.h. ich halte an meiner Vorgabe von 12 Stunden Start -> Ziel beim Ötzi fest (einschließlich Verpflegungsstopps).

Onkel Torte ist nach einigen Zweifeln, Motivationslöchern zwar noch lange nicht wieder in die Blog - Autorenrolle geschlüpft - aber wieder voll bei der Sache und mit ganzem Herzen beim Ötzi als Saisonziel zurück und ebenso wieder voll motiviert auf dem Rad und spricht (fantasiert...?) von Zeiten unter 11 eventuell sogar um die 10 Stunden. Klar - insgeheim halte ich mir die Option offen, die Zielzeit während des Ötzi anzupassen - aber während unserer gemeinsamenÖtzi- Testfahrt über zwei Tage habe ich ca 11 Stunden reine Fahrzeit gehabt - ohne irgendwelche Pausen gerechnet. Ich denke, er ist deutlich schneller am Berg - ich schätze, er würde in Summe an den Anstiegen weit über eine Stunde schneller sein als ich. Andererseits möchte er im Team durchkommen und gemeinsam die Zielleinie überqueren - wir werden, so das Wetter mitspielt, einfach sehen, wie es sich entwickelt.

Morgen steht die Generalprobe an: die Wendelsteinrundfahrt mit den Anstiegen 'weiß-den-Namen-grad-nicht-ist-aber-extrem-fies' und von Oberaudorf zum Sudelfeld als längerem Ötzi-Testanstieg und den sich ziehenden Anstiegen im letzten Drittel, wenn man meint, alles wär hinter einem.
Wenn's da schlecht läuft: passt, weil Generalproben müssen schlecht laufen.
Wenn's da gut läuft: passt auch, weil dann stimmt die Form.

Wieder habe ich nun unglaublich viel geschrieben und dem Internet etlichen weiteren Müll hinzugefügt - kein Schwein interessiert's und trotzdem hat's Spass gemacht.

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